Faszienmassage: Was ist das? Wie wirkt sie? (& Was du wissen solltest)

Ann-Katrin Graß

In den letzten Jahren sind die Faszien vermehrt als Verursacher von Schmerzen und Beschwerden in das Bewusstsein der Menschen getreten.

Bei Verklebungen und Verspannungen wird der gezielten Faszienmassage eine lindernde Wirkung sowie zahlreiche vorbeugende Effekte nachgesagt.

Aber was ist eine Faszienmassage überhaupt?

Bringt sie wirklich so viel?

Und was unterscheidet sie von einer gewöhnlichen Massage?

Faszienmassage: Was ist das?

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Sie sind in aller Munde und werden oft für zahlreiche Beschwerden verantwortlich gemacht: Faszien.

Das sind Weichteile des Bindegewebes, die unseren ganzen Körper als ein umhüllendes Spannungsnetzwerk umgeben [1]. Es sorgt dafür, dass alle unsere Gliedmaßen zu einem Ganzen zusammengefügt werden und gemeinsam bei einer Bewegung funktionieren können.

Was zunächst sehr kompliziert klingt, kennt dennoch jeder aus dem Alltag. Dieses Zusammenspiel zeigt sich beispielsweise darin, wenn ein Jogger die Arme beim Laufen mitschwingen lässt.

In erster Linie muss ein Läufer seine Beine bewegen, um vom Fleck zu kommen. Aber trotzdem läuft es sich einfacher, wenn auch die Arme und der Rücken in Aktion sind.

Dabei können auch die Faszien von verschiedenen Störungen betroffen sein [2]. Dazu zählt eine oftmals schmerzhafte Verklebung, aber auch andere Probleme, die mit dem komplexen System zusammenhängen.

Die Massage gehört dagegen zu den ältesten Therapieformen, um Beschwerden im Bewegungsapparat zu lindern [3]. Sie kann aber noch viel mehr, als einfach nur wohltuend Verspannungen zu lösen.

Durch eine gezielte Anwendung können die Selbstheilungskräfte unseres Körpers aktiviert werden, bis hin zu einer Anregung von Stoffwechsel und Immunsystem.

Bei einer Massage knetet in der Regel ein Spezialist die Haut, Bindegewebe und Muskeln seines Patienten fachkundig durch.

Die Faszienmassage ist demnach eine Form der Massagetherapie, die sich auf dieses besondere Gewebe konzentriert. Genauso wie bei der klassischen Massage haben sich im Laufe der Zeit verschiedene Formen entwickelt.

Was bewirkt eine Faszienmassage?

Das Repertoire an Behandlungsmethoden weitet sich immer mehr aus, wobei Techniken zur Behandlung von Faszien zunehmend an Bedeutung gewonnen haben [4].

Für erfahrene Therapeuten und Mediziner stellen sie allerdings kein Neuland mehr dar. Das Verhalten der kleinen Kollagenfasern während des Heilungsverlaufs von Narben oder Ödemen sollte am besten von Therapiebeginn an immer in die Behandlung eingebunden werden [5].

Daher muss an dieser Stelle zunächst unterschieden werden, welches Ziel eine Faszienmassage verfolgt.

Anwendungsbereiche der Faszienmassage:

  • Therapie von Narbengewebe und Verletzungen
  • Behandlung von Störungen des Bewegungssapparates
  • Kosmetische Anwendungsgebiete
  • Prävention und Vorbeugung
  • Leistungsoptimierung und Spitzensport

Demnach gibt es die therapeutische Herangehensweise. In Bezug auf die genannte Narbenbehandlung ist die Massage von Bindegewebe und Faszien nicht mehr weg zu denken, wenn es darum geht, den Heilungsverlauf optimal zu unterstützen und dafür zu sorgen, dass sich die unansehnlichen Folgen einer Operation oder Verletzung möglichst gering halten.

Daneben existieren kosmetische Anwendungsbereiche. Faszienmassagen kommen auch zur Reduktion von Cellulite zum Einsatz. Die Stimulation des Bindegewebes soll das Hautbild verbessern und straffen [6].

Zu guter Letzt haben Faszienmassagen auch in der Prävention Einzug erhalten. Hier wurden sie bis vor kurzem noch kaum beachtet, dabei ist das Potenzial zur Förderung von Gesundheit und Wohlbefinden unermesslich.

Sogar, wenn unspezifische Schmerzen bereits seit Jahren bestehen, berichten zahlreiche Betroffene, dass sich ihre Beschwerden durch eine regelmäßige Faszienmassage deutlich gelindert haben.

Wer sportlich aktiv ist oder einen körperlich anstrengenden Alltag hat, kann mit einer Massage seiner Faszien zudem seine Leistungen unterstützen und seinem Körper einen Ausgleich verschaffen.

Formen der Faszienmassage

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So unterschiedlich die Anwendungsgebiete einer Faszienmassage sein können, so viele verschiedene Formen haben sich hierbei entwickelt.

Weil der Blick auf alle Behandlungsmöglichkeiten und Einsatzbereiche so umfangreich ist, wird sich in diesem Artikel auf die präventiven Möglichkeiten der Faszienmassage beschränkt.

Zudem sollte eine gezielte Therapie, wie nach einer tiefen Verletzung oder Operation, stets den Profis überlassen werden.

Grundsätzlich gibt es aber auch für Laien zahlreiche Anwendungsformen, die sicher erlernt und nach Bedarf genutzt werden können.

Wie funktioniert die Faszienmassage?

Um eine Faszienmassage sinnvoll anwenden zu können, ist es wichtig, genau zu verstehen, wie diese funktioniert. Nur in den seltensten Fällen kann nämlich bei einer klassischen Massage von einer gezielten Stimulation des Fasziengewebes gesprochen werden.

Um auch wirklich das Bindegewebe anzusprechen, muss einiges beachtet werden. Dies liegt im Aufbau der Faszien begründet. Sie ziehen sich netzartig durch den Körper und bestehen im Wesentlichen aus Kollagen und Wasser [7].

So formen sie Hüllen um Muskeln und Knochen. Insbesondere die Muskelfasern bilden vollkommen andere Strukturen als die Faszien aus. So müssen Faszien nicht immer mit dem umliegendem Gewebe fest verwachsen sein und besitzen kleine Öffnungen [8].

Sie reagieren anders als Muskeln auf Druck, Geschwindigkeit und Art der Einwirkung bei einer Massage. Bei einer Muskelmassage basieren die Effekte in erster Linie auf einer Zunahme der Durchblutung im Gewebe.

Eine Bindegewebsmassage bewirkt hingegen, dass sich in den kleinen Öffnungen und dem Netz aus Kollagen körpereigene Flüssigkeit bewegt [9].

Das Gewebe verhält sich dabei wie ein Schwamm. Durch das „Auspressen“ des Bindegewebes wird die Flüssigkeit ausgetrieben, wobei Verklebungen gelöst und Abbauprodukte ausgetrieben werden.

Im Anschluss saugt sich die Faszie dann wieder mit frischem Gewebswasser voll und nimmt die Nährstoffe auf, die darin enthalten sind [10].

Spezielle Massagetechniken

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Weil die Faszien den ganzen Körper umhüllen, werden sie bei jeder klassischen Muskelmassage automatisch miteinbezogen. Um aber gezielt auf sie einwirken zu können, mussten spezielle Techniken entwickelt werden.

Sie werden in der Regel durch einen geschulten Therapeuten angewendet. Jede Technik unterscheidet sich ein wenig, denn auch hier kommt es immer auf das Ziel der Massage an.

Bei Spannungskopfschmerzen und Muskelbeschwerden wird beispielsweise oft die myofasziale Triggerpunktmassage eingesetzt [11], [12].

Triggerpunkte sind kleine Muskelverkrampfungen [13] und gehen mit Faszienverklebungen [14] einher, die dem Betroffenen Schmerzen verursachen.

Bei einer gezielten Massage wird versucht, diese mehr oder weniger gewaltsam zu zerstören [15], um die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren.

Faszien stehen auch mit den sogenannten Reflexzonen in Wechselwirkung [16]. Die Bindegewebsmassage gehört somit zu den Reflextherapien [17].

Zudem stimmen die Strukturen der Faszien mit Akupunktur-Punkten überein [18]. Somit stellt sogar die bekannte Akupunkturmassage eine Form der Faszienbehandlung dar.

Einige Elemente dieser zahlreichen Techniken können auch von Interessierten leicht erlernt und umgesetzt werden.

Möglichkeiten zur Selbstmassage

Die Möglichkeit der Selbstmassage bei Faszienproblemen stellt eine echte Bereicherung für Therapeuten und Anwender dar [19].

Der große Vorteil liegt darin, dass man selbst aktiv etwas Gutes für sich tun kann und man zeitgleich immer die Kontrolle über das Ausmaß der Massage behält [20].

Eine Möglichkeit besteht darin, sich Techniken wie die Akupunktur- oder Triggerpunktmassage von einem Therapeuten zeigen zu lassen.

Zudem hat das Thema in den letzten Jahren massiv an Bekanntheit und Bedeutung gewonnen [21]. Hierdurch gibt es mittlerweile unzählige Ratgeber und Übungsvideos im Internet.

Besonders populär ist die Selbstmassage der Faszien mit Hilfe speziell gefertigter Rollen und Bälle.

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spezielle Faszien-Massagebälle wie dieses ermöglichen die Faszienmassage Zuhause

Wann macht eine Faszienmassage Sinn?

Verdickungen, Verhärtungen oder Verfestigungen des Bindegewebes führen über kurz oder lang zu schmerzhaften Syndromen wie Fibromyalgie [22]. Spätestens, wenn Schmerzen auftreten, sollte den Faszien also ein Blick gewürdigt werden.

Bei Beschwerden sollte man also seinen Arzt oder Therapeuten darauf ansprechen. In der Narbenbehandlung und nach Operationen wird sie bereits häufig einbezogen [23].

Die Faszienmassage kann zudem sehr hilfreich bei verschiedenen Schmerzsyndromen und Bewegungseinschränkungen sein [24].

Damit es gar nicht erst zu gesundheitlichen Problemen kommt, macht die Faszienmassage auch in der Vorsorge Sinn. Sie eignet sich zur Selbstanwendung, denn hierzu sind zahlreiche Hilfsmittel und Trainingsgeräte erhältlich [25].

Weil es sehr schwer herauszufinden ist, ob man eine Krankheit aufgrund der Faszienmassage eben nicht bekommen hat, gibt es zur präventiven Wirkung unterschiedliche Meinungen.

Es gibt viele Belege, dass die selbst durchgeführte Bindegewebsmassage die Beweglichkeit, den Muskeltonus (Spannungszustand) und das Schmerzempfinden verbessert [26], [27], [28].

Im Sport findet die Urform der Faszienmassage Anwendung, um die Durchblutung und Dehnbarkeit von Gewebe, Haut und Muskeln zu fördern [29].

Zudem berichten viele Menschen, dass die Faszienmassage zu ihrer Erholung beiträgt. Außerdem können bestimmte Formen wie das Anwenden einer Faszienrolle die Effekte des Dehnens ergänzen oder sogar ersetzen [30].

Faszienmassage richtig durchführen

Leider ist es nach wie vor noch so, dass sich Faszien nur äußerst schwer im Labor untersuchen lassen [31]. Das Gewebe stellt nämlich ein abgeschlossenes System dar.

Sobald man versucht, ein Stück Faszie vom Körper zu trennen, wird sie zerstört. Deswegen sind Empfehlungen zur Wirkung und Anwendung einer Faszienmassage zum Teil sehr umstritten [32], [33], ganz im Gegensatz zur klassischen Muskelmassage.

Trotzdem ist gesichert, dass die Stimulation von Bindegewebe und Faszien positive gesundheitliche Effekte hat [34], [35].

Die nachfolgenden Empfehlungen basieren daher auf Erfahrungswerten, die durch internationale Experten auf dem Gebiet der Faszienbehandlung gestützt werden.

Wie sicher ist die Faszienmassage?

Einige Anbieter spezieller Rollen und Hilfsmittel führen selbst Studien zur Wirksamkeit und richtigen Anwendung ihrer Geräte durch [36], [37].

Auch wenn hierbei vielleicht oftmals Werbeinteressen überwiegen, ist eine so breite Forschungsarbeit nicht in jedem Bereich der Selbstmassage selbstverständlich.

Dadurch lässt sich die Faszienmassage verhältnismäßig sicher erlernen und anwenden, wenn man ein paar Dinge beachtet.

Die Arbeit mit Hilfe von Rollen ist aber auch nicht ganz unumstritten [38], [39]. Gerade Raucher oder Diabetiker sollten bedenken, dass bei einer Faszienmassage mit Hilfe von Rollen mitunter starker Druck auf das Gewebe ausgeübt wird [40].

Das kann zu Blutungen oder Krampfadern führen. Besondere Vorsicht ist bei akuten Entzündungen, Gefäßerkrankungen, Herzproblemen, frischen Verletzungen und bei einer Instabilität des passiven Bewegungsapparates (Knochen, Gelenke, Bänder, Bandscheiben) geboten [41].

Faszienmassage: Welche Richtung ist entscheidend?

Aktuell geht man davon aus, dass die Bewegungsrichtung bei der Faszienmassage nicht das Wichtigste ist [42]. Für das „Auspressen“ der Faszie ist die Richtung weniger entscheidend, da das Gewebe überall hin durchlässig ist.

Allerdings spielt die Wahrnehmung auch eine Rolle. Da im Gewebe zahlreiche Nerven sitzen, können diese je nach Bewegungsrichtung unterschiedlich angesprochen werden [43].

Deswegen nimmt jeder die Bewegung anders wahr und bevorzugt unter Umständen eine andere Richtung beim Massieren oder Rollen.

Dennoch sollte stets auf eines geachtet werden: Hat man sich erst einmal für eine Richtung entschieden, muss diese während der gesamten Massageeinheit beibehalten werden.

Der Effekt der Faszienmassage beruht darauf, dass das Gewebswasser aus dem Kollagennetz gedrückt wird. Sie bewegt sich wie eine Welle durch das Bindegewebe und bewirkt, dass dahinter „frisches Wasser“ nachfließen kann.

Dieses bringt neue Nährstoffe in die Region [44]. Behält man bei der Massage dann nicht eine Richtung ein, bekommt die Faszie keine Gelegenheit sich mit dem frischen Wasser vollzusaugen.

Weil die Massagebewegung aber ohnehin sehr langsam durchgeführt werden sollte, ist die Anzahl der Wiederholungen vermutlich eher gering. So sind Fehler bei der Bewegungsrichtung sehr unwahrscheinlich.

Faszienmassage: Wie oft?

Eine Faszienmassage kann bei gesunden Menschen so oft man möchte durchgeführt werden. Zur genauen Planung kommt es darauf an, welches Ziel mit der Massage verfolgt wird.

Es wird beispielsweise davon ausgegangen, dass für Effekte zur Schmerzregulation schon wenige Minuten am Tag genügen [45].

Um mit Hilfe von Faszienrollen altes Kollagengewebe abzubauen, kann täglich gearbeitet werden.

In der Massagetherapie sieht es dagegen natürlich anders aus. Hier müssen die Profis entscheiden, wie häufig die Bindegewebsmassagen durchgeführt werden sollten.

Faszienmassage: Wie lange?

Es ist besonders erstaunlich, dass die Faszienmassage keinen großen Zeitaufwand darstellt [46], [47].

Die von der Selbstmassage angesprochenen Zellen schalten sich bereits nach fünf bis zehn Minuten ab, sodass eine Linderung schnell spürbar wird. Ein gutes Körpergefühl und die Selbstwahrnehmung sind bei der Bindegewebsmassage somit besonders wichtig.

Wie lange der Druck auf das angesprochene Gewebe ausgeübt wird, hängt mit seiner Qualität zusammen [48].

Im Idealfall sollte so lange an einer Stelle verweilt werden, bis das Gewebe sich dort gelöst hat.

Faszienmassage: Wie schnell?

Bei der Ausführung einer Massagebewegung zur Ansprache von Fasziengewebe lässt sich als oberste Regel festhalten: Es gibt kein „zu langsam“, doch immer ein „zu schnell“ [49].

Das betrifft gleichermaßen die professionelle Faszienmassage wie die Selbstmassage mit oder ohne Hilfsmittel.

Faszien reagieren nämlich nur sehr langsam auf den Druck, der bei einer Massage ausgeübt wird. Als Richtwert für das Rollen oder für streichende Bewegungen gilt 1 cm pro Minute [50], [51].

Jedoch gibt es kaum Regeln ohne Ausnahmen, denn bei einer großflächigen Faszienmassage reagiert das Gewebe unter Umständen besser auf wiederholt flächigen Druck [52]. Die Bewegung ist aber auch hier immer noch deutlich langsamer als bei einer klassischen Massage.

Schmerzen bei der Faszienmassage

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Ein vieldiskutiertes Thema bei der Selbstmassage von Binde- und Fasziengewebe ist der Schmerz, der dabei auftritt. Die Faszienmassage ist tatsächlich sehr schmerzhaft [53], wenn sie professionell durchgeführt wird.

Doch die Schmerzwahrnehmung unterscheidet sich zwischen einzelnen Menschen teils dramatisch [54].

Daher stellt sich eher die Frage „Wie sehr darf es weh tun?“. Grundsätzlich können Bindegewebsmassagen natürlich auch wirken, wenn man keine Schmerzen empfindet.

Warum sind Schmerzen bei einer Faszienmassage normal?

Das Fasziengewebe ist von verschiedenen Nerven und Rezeptoren durchzogen [55]. Die sogenannten Propriorezeptoren sind dabei besonders wichtig, denn sie geben unserem Körper Auskunft, wo er sich im Raum befindet und misst die Belastungen, die auf das Muskel-Skelett-System wirken [56].

Sie spielen zum Beispiel beim Gleichgewicht eine entscheidende Rolle. Besonders häufig findet man sie in der Nähe von Gelenken oder dem Übergang von Muskeln und Sehnen [57].

Deswegen kann es bei der Eigenbehandlung der Faszien mitunter zu Schmerzen kommen. Das klingt zunächst paradox, denn die Faszienmassage soll ja eigentlich der Linderung von Beschwerden dienen.

Doch ein Schmerzreiz ist bei einer Faszienmassage durchaus nichts Ungewöhnliches und signalisiert, dass man die korrekte Gewebsschicht anspricht.

Wie sehr darf die Faszienmassage schmerzen?

Allerdings darf der Druckschmerz nicht zu intensiv sein! An dieser Stelle gilt eben nicht „viel hilft viel“.

Schmerzen können auch immer auf eine tieferliegende Problematik hinweisen. Daher ist ein gutes Körpergefühl für die Faszienmassage unerlässlich. Der Schmerz darf lediglich „wohlweh“ tun [58].

Es muss immer möglich sein, sich über dem auftretenden Schmerz noch entspannen zu können. Sobald wir uns als Reaktion auf den Schmerz verkrampfen oder anspannen, verfehlt die Faszienmassage ihre Wirkung.

Deswegen ist die Empfehlung, über die individuelle Schmerzgrenze hinaus zu arbeiten, schlichtweg falsch! Experten empfehlen daher die sogenannte 2/3-Regel [59].

Wenn man beispielsweise beim Rollen auf eine schmerzhafte Stelle trifft, sollte man abwarten, bis der Schmerz nachlässt und zwar um mindestens zwei Drittel. Bei etwa einem Drittel Restschmerz kann man dann langsam weiterrollen. Das ist natürlich sehr subjektiv, lässt sich aber gut in den Alltag integrieren.

Fazit

Auch wenn die genauen Wirkmechanismen der Faszienmassage nur sehr schwer durch Studien zu belegen sind, berichten Anwender und Patienten von der wohltuenden Wirkung.

Sie sind in verschiedenen Formen daher bereits seit Jahrtausenden in den unterschiedlichsten Kulturen verbreitet.

Mittlerweile gibt es viele Möglichkeiten zur Selbstmassage für jeden, beispielsweise mit Hilfe von Rollen und Bällen wie diesen hier.

Wenn man sich damit vertraut gemacht hat, wie eine Faszienmassage richtig angewendet wird, ist sie eine sichere und hilfreiche Form der Selbsthilfe bei Schmerzen und Bewegungseinschränkungen.

Weil es sich aber auch um eine sehr spezielle Form der Selbstmassage handelt, sollten gerade Menschen mit einer Vorerkrankung ihren Arzt oder Therapeuten darauf ansprechen. Das betrifft nicht nur die Risiken, sondern auch die Vorteile, die mit einer Faszienmassage verbunden sind.

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