Ist Pilates anstrengend? 7 Fakten (die du wissen solltest)

Ist Pilates anstrengend? 7 Fakten (die du wissen solltest)

Wenn du es richtig machst, ist Pilates definitiv anstrengend.

Ein Vorurteil gegenüber „sanften“ Sportarten wie Pilates ist, dass es nicht anstrengend genug sei und deshalb kein wirkliches Training.

Das ist absolut nicht richtig und dieser Artikel erklärt dir, warum.

1. Wie anstrengend ist Pilates?

Wie in den meisten Sportarten ist auch Pilates nur so anstrengend, wie du es dir machst.

Das heißt, wenn du dich nicht anstrengst, ist es auch nicht anstrengend.

Ergibt Sinn, oder?

Wenn du einem Training folgst, das für dein Level angemessen ist, wirst du schnell sehen, dass Pilates es in sich hat.

Gerade zu Anfang ist Muskelkater sehr wahrscheinlich und du wirst merken, dass Atmen komplizierter ist, als du dachtest.

Der mentale Aspekt beim Pilates stellt eine ganz eigene Herausforderung dar.

Manchmal ist es härter, sich auf etwas zu konzentrieren, als es einfach nur zu machen.

2. Soll Pilates anstrengend sein?

Das Training sollte dich anstrengen und auch ein wenig ins Schwitzen bringen, doch es liegt an dir (oder deinem Trainer), wie viel Energie du in die Übungen steckst.

Nur weil sie langsam durchgeführt werden, heißt das nicht, dass die Bewegungen einfacher wären.

Im Gegenteil: es ist teilweise viel härter, langsam gegen die Schwerkraft anzukämpfen, als sich quasi fallen zu lassen.

Auch im Training mit Gewichten wird sich dieses Prinzip zunutze gemacht, indem Bewegungen verlangsamt werden oder man eine Position für einen längeren Zeitraum hält.

Wenn du also beim nächsten Mal ein wenig zu zittern beginnst, sieh es als Zeichen, dass du an deine Grenzen gehst und Fortschritte machst.

Natürlich solltest du es dabei nicht übertreiben und auf deinen Trainer und auch auf deinen Körper hören.

Verletzungen stellen immer ein Risiko dar, doch wenn die Muskeln ein wenig brennen, ist das überhaupt kein Problem.

3. Warum ist Pilates anstrengend?

Im Pilates werden Bewegungen fließend und konzentriert ausgeführt.

Diese Präzision fordert deine Muskeln und deinen Geist.

Pilates trainiert Muskeln, die im Alltag und in anderen Sportarten oft vernachlässigt werden, wie den Bauch, das Becken und den Rücken.

Die tiefer liegenden Muskeln werden aktiviert und gestärkt und selbst fitte Menschen werden bei ihrer ersten Pilates-Stunde ein wenig ins Zittern kommen.

Das Ganzkörpertraining sollte dich genauso fordern, wie ein HIIT-Training, wenn du es richtig machst.

Doch anstatt nur müde Oberarme oder Bauchmuskeln zu haben, spürst du die Ermüdung idealerweise im gesamten Körper.

Die Muskeln, die wir zur Stabilisation nutzen, werden selten so beansprucht wie beim Pilates und es dauert eine Weile, bis sie sich daran gewöhnen, Teil eines regelmäßigen Workouts zu sein.

4. Ist Pilates anstrengender als anderes Training?

Pilates ist auf andere Weise anstrengend als ein Cardio-Workout, ein Fußballspiel oder eine Trainingseinheit im Fitnessstudio.

Dir wird selten die Luft wegbleiben, wie beim Laufen oder nach Burpees, deine Oberschenkel oder deine Waden werden nicht brennen, wie nach einem Basketballspiel mit Sprints und Sprüngen.

Doch gerade nach den ersten paar Stunden wirst du Schmerzen in Muskeln haben, die du noch gar nicht kanntest.

Einer der Gründe dafür ist, dass beim Pilates hauptsächlich Slow-Twitch-Fasern im Einsatz sind. 

Während der Übungen kontrahieren diese Muskelfasern nur langsam, ermüden dafür aber auch nicht so schnell.

Sie gewinnen Energie durch Sauerstoff, Glykogen und Fett.

Der wichtige Aspekt ist allerdings der Sauerstoff, denn das ist der Unterschied zu den Fast-Twitch-Fasern, die für schnelle, kurzfristige Kraftaufwendungen notwendig sind.

Diese Muskelfasern werden bei den meisten Trainingsarten verwendet, doch sie ermüden schneller und nutzen nur bereits gespeicherte Energie und keinen Sauerstoff (den du dir wie eine erneuerbare Energiequelle vorstellen kannst), weshalb sie weniger lange durchhalten.

Bei einem Pilates-Workout müssen deine Muskeln bestimmte Positionen für einen langen Zeitraum halten und nicht wie in anderen Sportarten kurze, schnelle Bewegungen absolvieren.

So trainierst du die Slow-Twitch-Fasern bis zur Ermüdung – und das ist anstrengend.

5. Was ist anstrengender: Pilates oder Yoga?

Es ist schwer zu sagen, ob Pilates anstrengender ist als Yoga oder andersrum.

Beide beruhen auf ähnlichen Prinzipien und sind eine sanfte Sportart, die für mehr Flexibilität, Mobilität und Kraft sorgt.

Pilates wurde in den zwanziger Jahren erfunden und Yoga gibt es bereits seit rund 3.000 Jahren.

In der Zeit seit ihrer Entstehung haben beide viele Veränderungen gesehen und es gibt inzwischen unzählige Arten von Yoga und auch Pilates.

Selbst Mischformen sind in einigen Studios im Angebot.

Pilates ist weniger spirituell als die meisten Yoga-Formen, auch wenn Atmung und Körperbewusstsein ein wichtiger Teil der Übungen sind.

Wer Yoga also eher als eine Art Meditation betreibt, wird Pilates anstrengender finden.

Es gibt aber genug Abwandlungen wie Power-Yoga oder ähnliches, die garantiert schweißtreibend sind.

6. Gibt es verschiedene Schwierigkeitsstufen bei Pilates?

Pilates ist für Menschen jeden Fitness-Levels geeignet.

Egal ob Couch-Potato oder Elite-Sportler – jeder kann Pilates machen und davon profitieren.

Der Grund ist, dass jede Übung Abwandlungen hat, die auch für Anfänger oder Menschen mit Einschränkungen möglich sind.

Idealerweise ist Pilates nie einfach, aber immer machbar.

Du kannst eine Übung zum Beispiel im Sitzen statt im Stehen durchführen, weniger Widerstand auf dem Reformer wählen oder weniger tief in eine Bewegung gehen.

Manche Studios bieten verschiedene Klassen für verschiedene Levels an.

Die gute Nachricht ist, dass du nie die höchste Stufe erreichst, denn es geht immer noch schwieriger.

7. Benötige ich ein Minimum an Fitness für Pilates?

Grundsätzlich brauchst du kein Minimum-Fitness-Level für Pilates, aber du solltest schauen, dass du einen Kurs findest, der für dein Level geeignet ist.

Als Anfänger ist es oft hilfreich, Einzelstunden mit einem Trainer zu haben, der dir ganz in Ruhe die Grundsätze des Pilates beibringen kann.

So kann er dir auch dabei helfen, deine Grenzen auszuloten und eventuelle Schwachstellen aufzuzeigen, an denen du besonders arbeiten solltest.

Wenn nötig, kann ein Trainer so auch spezielle Übungen für dich modifizieren.

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